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Alpenwanderungen

Stubaier Alpen I
(Sellrainer Berge)

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2005 Stubaier Alpen I
(Sellrainer Berge)
Dortmunder Hütte - Mittertal - Bielefelder Hü.-
Wilhelm-Oltrogge-Weg - Schweinfurter Hütte -
Finstertalscharte - Dortmunder Hütte -
Pirchkogel - Dortmunder Hütte

Allgemeines zur Tour:

Die Gegend, die wir bei dieser Tour kennenlernen, gehört zu den Stubaier Alpen, obwohl sie eigentlich viel näher am Ötztal und Inntal liegt. Am ersten bis dritten Tag sind wir in der Untergruppe der Südwestlichen Sellrainer Berge unterwegs und am 4. Tag in den Nördlichen Sellrainer Bergen. Foto Die Gegend ist nicht so überlaufen wie andere, bekanntere Teile der Alpen. Das ist sehr angenehm.
Wir starten und beenden unsere Runde in Kühtai, einer Hotelsiedlung auf der Passhöhe zwischen Ötztal und Sellrainer Tal. Im Sommer ist hier zum Glück nicht soviel los wie im Winter, wo der Ort als hochliegendes Skigebiet geschätzt wird. Allerdings sieht man im Sommer leider auch die Narben, die der Skibetrieb hier hinterlässt.
Foto Die Wege selbst sind teilweise recht anspruchsvoll. Schon am ersten Tag bei der Überwindung der Mittertalscharte sind einige Drahtseilsicherungen am Weg angebracht, aber besonders am 2. Tag auf dem Wilhelm-Oltrogge-Weg sind die Seilsicherungen am Hochreichkopf nicht fehl am Platz. Dazu kommt noch, dass der Weg mit 8 h Gehzeit relativ lang ist. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind also Voraussetzung. Und zu früh im Jahr sollte man die Tour auch nicht unternehmen, da an der Nordseite des Hochreichkopfes an den so schon schwierigeren Stellen mit Schnee gerechnet werden muss. Also am besten vorher auf der Bielefelder oder Schweinfurter Hütte nachfragen!

Variationen:
Wer am 1. Tag mit der Zeit etwas knapper dran ist oder sich noch etwas schonen will, der kann anstatt über die Mittertalscharte auch über die Obere Issalm (Ruine) und die Balbach-Sennhütte von der Dortmunder zur Bielefelder Hütte gehen. Dieser Weg ist fast eben, da er "außen herum" die Berge umgeht. Man spart ca. 1 h Gehzeit ein.
Wenn "oben" auf der Mittertalscharte schlechtes Wetter ist und der anstrengendere Weg über den Wetterkreuzkogel sich deshalb nicht lohnt, kann man auch zur Ruine der Alten Bielefelder Hütte absteigen und von dort auf bequemen Weg zur Neuen Bielefelder Hütte weitergehen.
Sollte man am 3. Tag die Tour etwas abkürzen wollen, so kann man von der Schweinfurter Hütte auch den Umweg über die Kraspesspitze auslassen und direkt zur Finstertaler Scharte (2777 m) gehen. Von dort aus kann man "als Ersatz" den westlich liegende Schartenkopf (auch Schartenkogel, 2854 m) leicht besteigen.
Foto Anstatt am 3. Tag von der Schweinfurter zur Dortmunder Hütte zu gehen, bietet sich auch an, über das Gleirschjöchl (2751 m) oder über den Zwieselbacher Roßkogel (3081 m) zur Pforzheimer Hütte (auch Witzenmannhaus, DAV, 2310 m) weiter zu gehen und am 4. Tag nach St. Sigmund im Sellrain (1513 m) absteigen. Von dort kommt man mit dem Bus zurück nach Kühtai.
Sollte man länger als 4 Tage Zeit haben, dann kann man auch weitere Male in der Dortmunder Hütte nächtigen und von dort aus Touren unternehmen, z.B. auf den Sulzkogel (3016 m), Gaißkogel (2820 m) und Pockkogel (2807 m) oder durch das schöne Wörgetal nochmal auf den Wetterkeuzkogel (2591 m).
Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren!



Karten:

Unser Wandergebiet ist auf folg. Karten enthalten:
- Kompass-Karte 83 (Stubaier Alpen), 35 (Imst - Telfs - Kühtai) oder 43 (Ötztaler Alpen)
- Freytag&Berndt-Karte WK252 (Imst - Landeck - Telfs) und WK251 (Ötztal - Pitztal - Kaunertal)
(alle im Maßstab 1:50000)

Nützliche Links:



1. Tag: Dortmunder Hütte - Bielefelder Hütte

Gehzeit: ca. 4 h
Die Anfahrt erfolgt für die meisten über das Ötztal, wo in Oetz die Straße nach Kühtai abzweigt. Nur die aus Richtung Innsbruck kommenden fahren durch das Sellraintal nach Kühtai.
Foto Das Auto stellt man am besten in Kühtai an der Dortmunder Hütte (DAV, 1949 m) ab. Dann geht man herunter zum Speicherbecken Längental und über den Staudamm. Auf dessen anderer Seite dann aufwärts auf dem Wanderweg in das Mittertal. (Nicht den Fahrweg gehen!) Die schönen Zirbenbäume hat man bald hinter sich gelassen. Nach einem Steilstück geht es flach durch romantische riesige Felsblöcke, dann durch felsiges Gelände immer weiter aufwärts (teilweise drahtseilgesichert) zur Mittertalscharte (2631 m), von welcher man einen herrlichen Tiefblick in das Ötztal hat.
Nach dem ersten drahtseilgesicherten Abstieg gabelt sich der Weg: Nach links führt ein Pfad steil abwärts zur Alten Bielefelder Hütte. Wir gehen aber nach rechts auf den mit "W.K." ausgezeichneten Theodor-Streich-Weg. Das ist ein schmaler, teilweise recht exponierter Steig, der uns durch eine eindrucksvolle Felsszenerie zum grasigen Wetterkreuzkogel (2591 m) mit seinem schönen Gipfelkreuz führt.
Von diesem abwärts bis zum Weg Alte - Neue Bielefelder Hütte, welchen wir nach rechts gehen. (Ausschilderung: Seilbahn-Bergstation) An der Sessellift-Bergstation dann noch ein paar Höhenmeter abwärts auf der im Sommer nicht schön anzusehenden Skipiste - und man erreicht die Neue Bielefelder Hütte (DAV, 2112 m).



2. Tag: Bielefelder Hütte - Schweinfurter Hütte

Foto Gehzeit: ca. 8 h
Wegen der langen Gehzeit starten wir zeitig. Der Wilhelm-Oltrogge-Weg führt wieder das kleine Stück auf der Skipiste nach oben und dann ohne größere Höhenunterschiede bis zur Ruine der Alten Bielefelder Hütte, welche 1951 von einer Lawine zerstört wurde. Von hier haben wir nicht nur (wie schon auf dem ganzen bisherigen Weg) einen schönen Blick in das Ötztal, sondern sehen auch die tags zuvor erklommene Mittertalscharte.
Nun steigt der Weg an bis zur Achplatte (2423 m) auf einem Ausläufer des Acherkogels. Dann wieder etwas herunter und weiter geht es unterhalb von Acherkogel und Wechnerkogel ohne große Höhenunterschiede zum Osterkarkessel, an dessen Rand wir zum Lauser (2616 m) aufsteigen.
Von dort weiter aufwärts bis zur Niederreichscharte
(2729 m). Hier beginnen die mit Drahtseilen gesicherten Wegabschnitte.
Zuerst geht es steil aufwärts auf der Nordflanke des Hochreichkopfes, dann wird dieser jedoch im wechselnden auf und ab westlich umgangen. In einer Geröllrinne steigt man dann aufwärts in die Hochreichscharte (2912 m), von welcher wir auf unser Tagesziel Schweinfurter Hütte blicken können. Über Blöcke und Geröll geht es dann nochmal 100 Höhenmeter problemlos aufwärts zu unserem Tages-Höhepunkt, dem Hochreichkopf (auch Hochreichkogel, teils mit 3008 m und teils mit 3010 m angegeben).
Foto Nach dem Genießen der schönen Aussicht steigen wir wieder hinab in die Hochreichscharte. Von dort weiter herunter über Felsen, Moränen und einen Viehsteig in das Tal. Immer das Tagesziel vor Augen geht es dann an der Finstertaler Alm vorbei zur Schweinfurter Hütte (DAV, 2028 m), welche bis 2008 Guben-Schweinfurter Hütte hieß und bis dahin manchmal auch nur als Gubener Hütte bezeichnet wurde.



3. Tag: Schweinfurter Hütte - Dortmunder Hütte

Gehzeit: ca. 5 h
Von der Hütte geht es steil aufwärts in das Weite Kar. Bei einem kleinen See gabelt sich der Weg. Wir nehmen den rechten Weg und steigen über die Südflanke auf die Kraspespitze (2953 m).
Foto Nach dem Genießen der schönen Aussicht gehen wir etwas unterhalb des Gipfels nach Osten, über Blockwerk, teilweise steil abwärts, dann entlang des Grates zur Finstertaler Scharte (2777 m), wo wir wieder auf den Weg direkten von der Schweinfurter Hütte treffen.
Vom Joch aus geht es teilweise steil, aber problemlos abwärts zum Finstertaler Stausee. An dessen Ostseite entlang führt der Weg zur Staumauer. Der Wanderweg quert nun auf seinem Verlauf nach unten einige Male die gesperrte Stausee-Fahrstraße. Unten dann diese Straße queren und parallel zur Hauptstraße bis zur Dortmunder Hütte. Leider ist die Gegend etwas durch die Skipisten verschandelt.



4. Tag: Pirchkogel

Gehzeit: ca. 2,5 h Aufstieg
Der Weg ist anfangs nicht ganz leicht zu finden, da er über abgezäunte Weiden führt. Von der Hütte ein Stück die Straße aufwärts, dann folgt man dem ersten Schlepplift zu dessen Bergstation. Von dort aus ist der Weg besser markiert und führt uns steil aufwärts in ein weites, grasiges Plateau. Entlang des nächsten Skiliftes zu dessen Bergstation, an der ein hübscher Bergsee liegt. Von dort aufwärts über Geröll und Felsplatten zum Südrücken des Pirchkogels und über Blockwerk weiter auf dessen Gipfel (2828 m). Da er den anderen Kühtaier Bergen vorgelagert ist, hat man eine herrliche Rundumsicht.
Foto Einen noch besseren Blick in das Inntal bietet der in wenigen Minuten erreichbare zum nördlichen Vorgipfel mit dem Gipfelkreuz.
Wenn man sich die in den letzten Tagen zurückgelegte Tour noch einmal von Hauptgipfel angeschaut hat, steigt man auf dem Aufstiegsweg wieder herunter nach Kühtai, setzt sich in's Auto und fährt nach einer schönen Tour wieder heim.



Bericht von der Tour 2005

Foto Diesmal hatten für unsere jährliche Männertour gleich 6 Leute zugesagt. Geplant war, vom 26.-29. August die Tour zu gehen. Da in der Woche zuvor schwere Unwetter in Tirol, Vorarlberg und Bayern niedergingen und Verwüstungen hinterließen, war es fraglich, ob wir überhaupt fahren konnten. Aber die Unwetter ließen nach, die Wettervorhersage wurde besser und bei einem Anruf am Mittwoch auf der Bielefelder Hütte hieß es, die Anfahrtsstrecke und die Wanderwege wären frei.
Aber die Guben-Schweinfurter Hütte war telefonisch nicht erreichbar und im Internet lasen wir, dass eine für dieses Wochenende geplante Sektionsveranstaltung der Schweinfurter auf dieser Hütte wegen Nicht-Erreichbarkeit abgesagt wurde. So fuhr ich also mit Rocco, Gerhard, Christoph, Clemens und (erstmals) Rainer mit etwas gemischten Gefühlen am Freitagmorgen Richtung Alpen.
Der Himmel war in Kühtai bewölkt und beim Aufstieg zur Mittertalscharte liefen wir ab ca. 2300 m nur noch im Nebel. Leider konnten wir dadurch von der schönen Gegend gar nichts sehen. So gingen wir dann auch nicht mehr über den Wetterkreuzkogel, sondern stiegen von der Scharte zur Alten Bielefelder Hütte ab und kamen erst 20.30 Uhr im Dunkeln bei der Neuen Bielefelder Hütte an. (Wir sind etwas später losgefahren als geplant und haben sowohl für die Fahrt als auch für die Wanderung länger gebraucht als geplant.)
Foto Dort teilte uns das Hüttenpersonal (der "Chef" war nicht da) mit, dass wir am Samstag auf keinen Fall zur Gubener Hütte gehen könnten: Die wäre voll, der Zugang vom Ötztal wäre verschüttet und außerdem Telefon- und Stromleitung gekappt. Zum Glück waren aber 4 andere Bergfreunde an dem Tag von der Gubener über Kühtai zur Bielefelder Hütte gekommen. Sie berichteten, dass die Gubener Hütte zwar keinen Strom hatte, aber leer wäre und die Wirtsleute nach der Absage der Sektionsveranstaltung händeringend auf Gäste warteten. So entschlossen wir uns, unsere Tourplanung doch nicht ganz über den Haufen zu schmeißen und am Samstag den Wilhelm-Oltrogge-Weg zur Gubener Hütte anzugehen.
Foto Also Samstagmorgen Abmarsch. Die Hütte lag noch im Nebel, aber ein paar Höhenmeter weiter oben gab es blauen Himmel. Da von unserer in diesem Jahr etwas größeren Gruppe nicht alle konditionell so gut drauf waren und für den Nachmittag ein Gewitter angesagt war, beschlossen wir bei der Mittagspause auf dem Lauser, dass wir doch nicht den anspruchsvollen Weg über den Hochreichkopf bis zur Gubener Hütte gehen, sondern stattdessen von der Niederreichscharte durch das Längental nach Kühtai absteigen. Rocco und ich sind wir aber vorher doch noch schnell ohne Rucksack auf den Hochreichkopf geflitzt. Die Wolken hatten aber auch schon die Gipfel erreicht, so dass wir nur noch nach einer Seite etwas Sicht hatten. Das Gewitter erwischte uns dann beim Abstieg im Längental, zum Glück war es nicht allzu schlimm.
Nun gab es abends wieder die Frage: Was machen wir morgen? Der Vorschlag, nach St. Sigmund zu fahren und über die Pforzheimer zur Gubener Hütte zu laufen, ließ sich nicht umsetzen, weil am Sonntagmorgen die Straße wegen des Ötztaler Radmarathons gesperrt war. Also entschlossen wir uns, auf der Dortmunder Hütte zu bleiben und den Sulzkogel (3016 m) zu besteigen. Das taten wir dann auch.
Foto Meist begleitete uns leichter Nieselregen während des Aufstiegs auf den Sulzkogel. Etwas oberhalb des Finstertal-Staubeckens tauchten wir in die Wolken ein - daher null Sicht. Trotzdem war es ein schöner Tag, weil wir uns bei gemächlichem Schritt gut unterhalten konnten.
Am Sonntagabend riss der Himmel ein klein wenig auf und am nächsten Morgen war kein Wölkchen mehr am Himmel. So stiegen wir bei schönstem Wetter auf den Pirchkogel. Die herrliche Aussicht versöhnte uns mit dem teilweise schlechten Wetter der Vortage. Und mittags fuhren wir dann wieder heim, voll mit Eindrücken von einer schönen Tour in einer sehenswerten Gegend.

Zum Fotoalbum der Tour 2005



 

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