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Alpenwanderungen

Silvretta I

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2011 Silvretta I Ischgl - Fimbatal - Heidelberger Hütte -
Breite Krone - Kronenjoch - Jamtalhütte -
Getschnerscharte - Hohes Rad - Wiesbadener H.-
Ochsental - Bielerhöhe

Allgemeines zur Tour:

Diese Tour führt in den Nordteil der Silvretta-Gruppe, die wegen seiner Vielzahl an größeren und kleineren Gletschern auch die "Blaue Silvretta" genannt wird. Mit den Gletschern kommen wir aber fast nicht in Berührung, sie dienen nur als großartige Kulisse für unsere Wanderung.
Foto Skifahrern wird das Paznauntal vielleicht bekannt sein durch das große Skigebiet von Ischgl, welches wir am 1. Tag tangieren. Und vom Silvretta-Stausee auf der Bielerhöhe, welchen man über die Silvretta-Hochalpenstraße erreicht, hat man durch die touristische Vermarktung sicherlich auch schon mal gehört.
Der Weg führt uns durch 3 Länder: Wir starten in Tirol (A), bewegen uns zwischendrin öfters in Graubünden (CH) und kommen zum Schluss in Vorarlberg (A) an. Eine Besonderheit ist z. B. die Heidelberger Hütte: Sie ist die einzige Hütte des Deutschen Alpenvereins, die auf Schweizer Gebiet liegt. Bewirtschaftet wird sie allerdings von der Tiroler Seite aus, da der Talweg ins Paznauntal führt.
Foto Die Nähe zum Unterengadin merkt man auch an den Namen der Gipfel, Pässe und Täler: Viele haben ausschließlich oder zusätzlich rätoromanische Namen. Piz Faschalba, Val Fenga, Fuorcla da Tasna oder Vadret da Fenga sind dafür einige Beispiele. (Wenn es sowohl deutsche als auch rätoromanische Namen gibt, werden im Folgenden die rätoromanischen Namen mit in Klammern angegeben.)
Diese Tour bietet bietet die Gelegenheit, am 2. Tag gleich drei leicht zu besteigende Dreitausender "mitzunehmen": Die Breite Krone (Curuna Lada, 3079 m), die Bischofspitze (3029 m) und den Grenzeckkopf (Piz Faschalba, 3047 m). Und am 3. Tag wartet mit dem Hohen Rad (2934 m) ein weiterer schöner Aussichtsberg auf die Besteigung, die dann allerdings ein wenig schwieriger ist.
Die Hütten sind alle Drei etwas größere Exemplare. Ich hatte es bisher noch nicht erlebt, dass man beim "Einchecken" nicht nur ein Lager zugewiesen bekommt, sondern auch gleich eine Tisch-Nr. Das war bei allen drei Hütten der Fall, war aber auch nicht nachteilig. Ansonsten ist zumindest die Heidelberger Hütte trotz ihrer Größe recht gemütlich geblieben, wohingegen die Jamtalhütte fast schon Hotelcharakter hatte. Automatisch öffnende Schiebetüren in einer Berghütte gibt es wahrscheinlich nur hier. Aber dass es auf allen drei Hütten Duschen und Schuhtrockner gibt, ist ja nicht unbedingt von Nachteil. Man merkt dabei, dass die Hütten auch oft vom Alpenverein als Ausbildungsstützpunkte benutzt werden.
Foto Auf dieser Tour trifft man aber auch auf die Auswirkungen des Massentourismus: Der Aufstieg von Ischgl durch das Fimbatal geht anfangs durch das Skigebiet, wo nicht nur der lebhafte Verkehr der Baufahrzeuge störte. Und am letzten Tag nach dem Abstieg von der Wiesbadener Hütte empfängt einen an der Bielerhöhe beim Silvretta-Stausee auch wieder die "Zivilisation" in Form von jeder Menge Autos, Motorrädern, Andenkenläden usw. Das ist dann der krasse Gegensatz zu der Einsamkeit, die man ansonsten unterwegs auf manchen Wegabschnitten erleben konnte.
Die Tour ist von den Anforderungen her eine Wanderung. Ledigleich beim Abstecher auf das Hohe Rad muss man mal an einigen leichten Kletterstellen die Hände mit benutzen und halbwegs schwindelfrei sein. In geringerem Maße gilt das auch für den Aufstieg zur Getschnerscharte, aber viel wichtiger ist dort eine gute Trittsicherheit, denn hier geht es durch unangenehmes, brüchiges Geröll steil aufwärts. Und auch am 2. Tag beim Aufstieg zum Kronenjoch muss man im letzten Stück bei der Umgehung der Gletscherreste des Vadret da Fenga gut aufpassen, wohin man tritt. Außerdem ist zu beachten, dass man auf diesen beiden Aufstiegen sicherlich noch lange im Frühsommer auf Schnee trifft, was es nicht einfacher macht. Also besser die Tour erst im Hoch- oder Spätsommer gehen!
Auch bei dieser Runde ist eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut möglich: Mit dem Zug fährt man bis zum Bahnhof Landeck-Zams und von dort noch 1 h mit dem Bus in Richtung Bielerhöhe-Silvrettasee bis zur Haltestelle Ischgl-Silvrettabahn. Die Rückfahrt erfolgt dann mit dem Bus direkt ab der Bielerhöhe bis zur Endstation, dem Bahnhof Landeck-Zams.
Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren!



Foto

Karten:

Unser Wandergebiet ist auf folg. Karten enthalten:

  • Kompass-Karte WK 41
    Silvretta-Verwallgruppe:
    Maßstab 1:50000, ISBN: 978-3-85491-047-3
  • Freytag&Berndt-Karte WK 373
    Silvretta Hochalpenstraße - Piz Buin:
    Maßstab 1:50000, ISBN-13: 978-3850847735
  • Freytag&Berndt-Karte WK 374
    Montafon - Silvretta Hochalpenstraße - Schruns-Tschagguns - Piz Buin - Klostertal
    Maßstab 1:50000, ISBN-13: 978-3707910841
    (Der Ausgangsort Ischgl ist nicht mit drauf, aber die Karte müsste trotzdem ausreichen.)

Nützliche Links:



1. Tag: Ischgl - Heidelberger Hütte

Gehzeit: ca. 4 h
Wer mit dem Auto anreist, stellt es in Ischgl (1376 m) am besten kostenlos in der Tiefgarage der Silvrettabahn ab. Von dort geht es durch den im Sommer relativ ruhigen Skiort aufwärts ins Fimbatal (auch Fimbertal oder rätoromanisch Val Fenga). Hier könnte man die Fahrstraße entlang laufen, welche deutlich erkennbar im Winter als Talabfahrt dient und auf der Foto man die Begegnung mit Baufahrzeugen, Heuwagen und vielen anderen Autos "genießen" kann. Die viel spannendere Variante ist aber, bis zur Seilbahn-Mittelstation den Erlebniswanderweg Ischgl - Idalp zu gehen. Dieser führt über den Kalvarienberg und durch die Kitzlochschlucht und überquert 2x eindrucksvoll das tiefe Tal des Fimbabaches auf über 100 m langen Hängebrücken. Schwindelfreiheit ist hier gefragt, denn an den höchsten Punkten beträgt der Abstand zum Boden 70 m.
Ab der Silvrettabahn-Mittelstation auf der Perdatschalpe (1665 m) geht es weiter neben der Fahrstraße aufwärts, auf der es dann aber zunehmend ruhiger zugeht. Und wenn die Bodenalpe (1842 m) und die Gampenalpe (1975 m) mit ihren im Sommer geschlossenen Sessellift-Talstationen passiert sind, dann wird man auf dem Fahrweg zur Heidelberger Hütte fast nur noch von Mountainbikes überholt.
Betrachtenswert sind die an den Ruhebänken angebrachten Sprüche.
Weiter oben wird dann im flachen Talkessel die Grenze zur Schweiz passiert, welche durch ein Grenzschild, eine Steinmauer und ein Tor für das Weidevieh markiert wird. Noch etwas weiter, dann kommt die Heidelberger Hütte (2264 m, DAV) in Sichtweite und es dauert nicht mehr allzu lange, bis man endlich seinen Rucksack abstellen kann.



2. Tag: Heidelberger Hütte - Jamtalhütte

Gehzeit: ca. 6,5 h
Der Weg geht hinter der Hütte weiter aufwärts durch das Fimbatal (Val Fenga) und führt moderat ansteigend in das Hochtal Foppa Trida. Ab hier sieht die Gegend zunehmend wie eine Mondlandschaft aus. Es geht dann steiler aufwärts über Moränenschutt an den Gletscherresten des Vadret da Fenga rechts vorbei bis zum Falschen Kronenjoch (2958 m). Von dort steigen wir auf einfachem Weg in westlicher Richtung zur Breiten Krone (Curuna Lada, 3079 m) empor und genießen dort die schöne Aussicht.
Foto Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg und vom Falschen Kronenjoch ist es dann auch nicht mehr weit bis ins Kronenjoch (2974 m), wo wir wieder die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz erreichen. Von dort steigen wir nach Südwesten auf den breiten Grat auf, der uns in Richtung Bischofspitze (3029 m) führt. Gipfelsammler werden die letzten Höhenmeter auf die Spitze noch hochklettern, wohingegen der Weg knapp unterhalb der Spitze nun nach Süden zum Grenzeckkopf (Piz Faschalba, 3047 m) abbiegt. Auch von dort hat man wieder eine gute Aussicht.
Von hier geht man dann in westlicher Richtung weiter, immer über den Kamm, abwärts bis zum Futschölpass (2768 m). Dort trifft man auf den Weg Jamtalhütte-Ardez, auf welchem man nach Norden an einer Zollhütte vorbei in das Futschöltal absteigt. Kurz vor dem Finanzerstein, einem großen Felsbrocken mit Unterstand, stößt man auf den Weg, der direkt vom Kronenjoch herabführt. Jetzt weiter abwärts, vorbei am Breiten Wasser, hinunter zur Jamtalhütte (2165 m, DAV). Von seiner Terasse aus kann man dann den wunderschönen Blick in das obere Jamtal mit seinem Gletscher und Gipfeln genießen.



3. Tag: Jamtalhütte - Wiesbadener Hütte

Gehzeit: ca. 7,5 h
Am Vortag konnte man beim Abstieg durch das Fütschöltal schon gut die Getschnerscharte im gegenüberliegenden Kamm erkennen und sehen, dass es dahin steil hinauf geht. Von der Hütte führt Foto der Weg jedoch zuerst ein kleines Stück abwärts in Richtung Südwesten, ehe er in Richtung Nordwesten abknickt und zum Jambach absteigt. Nach Überschreitung des Baches geht es dann jedoch aufwärts, zuerst noch durch den grünen Hang, dann vegetationslos. Weiter oben wird er immer unangenehmer, da es dann über kleines Geröll und lockeren Schutt steil aufwärts geht. Zwei- bis dreimal muss man auch die Hände zu Hilfe nehmen, wenn der Weg am felsigen Rand des Schuttkares entlangführt. Aber irgendwann ist die Getschnerscharte (2839 m) dann doch glücklich erreicht und man kann den sich plötzlich nach Norden und Westen öffnenden Blick genießen, der uns auf dem bisherigen Wegverlauf durch den Bergkamm verwehrt war.
Bei Bedarf kann man von dieser Stelle aus auch noch einen Abstecher auf die Hintere Getschnerspitze (2961 m) machen. Beim Aufstieg auf den nach Süden führenden Blockgrat hilft gleich oberhalb der Scharte ein angebrachtes Fixseil. Steinmänner markieren den Weg zum Gipfel, der in leichter Kletterei im I. Grad zu erreichen ist.
Der Abstieg von der Getschnerscharte erfolgt dann in nordwestlicher Richtung, er ist zum Glück etwas leichter der Aufstieg. Der Weg führt durch die Moränenausläufer des Madlenerferners abwärts Foto zum Weißen Bach, auf dessen linker Seite wir bleiben. An einem Ombrometer vorbei verlassen wir den Bach. Der Weg wendet sich langsam in die südliche Richtung und der Radsattel kommt in Sicht. Man muss jedoch zuerst noch weiter hinunter zum Bieltalbach absteigen, der in ca. 2330 m Höhe auf einer kleinen Brücke überquert wird. Nun geht es wieder aufwärts, am Radsee vorbei bis zum Radsattel (2652 m), von dem sich ein schöner Blick auf den Ochsentaler Gletscher mit dem Piz Buin bietet.
Um das Hohe Rad zu besteigen, muss man jedoch erst entlang dessen Ostflanke über Blockwerk und Firnfelder zur Radschulter (2697 m) queren. Dort beginnt der eigentliche Gipfelanstieg über die Ostwandrippe. Der (entgegen den Angaben auf einem dort stehenden Wegweiser) gut markierte Steig führt mit leichten Kletterstellen steil, aber nur wenig ausgesetzt, zum Gipfel hinauf. Das Hohe Rad (2934 m) bietet eine großartige Aussicht.
Nun auf gleichem Weg zurück über die Radschulter zum Radsattel. Von dort geht es jetzt relativ gemütlich über den Edmund-Lorenz-Weg herunter zur Wiesbadener Hütte (2443 m, DAV), welche mit dem Talschluss des Ochsentales ein schönes Panorama bietet.



4. Tag: Wiesbadener Hütte - Bielerhöhe/Silvrettasee

Gehzeit: ca. 2 h
Hier kann man sich entscheiden, ob man den stetig abfallenden Fahrweg herunterläuft oder ob man lieber den etwas oberhalb davon entlangführenden Fußweg nimmt, der aber auch nochmal wenige Aufstiegsmeter enthält. Beide führen am Rande des Ochsentales abwärts zum Foto Silvrettastausee (2037 m). Der Fahrweg hat den Vorteil, dass er ganz unten am See entlang geht. Bei der Ankunft am See kann man sich so aussuchen, ob man links- oder rechtsherum zur Bushaltestelle läuft oder ob man sogar an der Anlegestelle auf das Motorboot wartet und mit diesem über den Stausee zur Nordseite fährt. Der Fußweg dagegen stößt erst kurz vor dem rechtsseitigen Staudamm auf den Seeweg.
Der Bus fährt stündlich vom Restaurant Silvrettasee in Richtung Landeck-Zams ab. Wer zeitlich knapp dran ist, kann auch gleich weiter östlich an der Haltestelle Gasthaus Piz Buin einsteigen. Bis nach Ischgl dauert die Fahrt ca. eine Dreiviertelstunde, da er noch einen Abstecher zum Stausee Kops am Zeinisjoch macht. Es wird aber nicht langweilig, wenn man die Landschaft des Kleinvermunt- und des Paznauntals auf sich wirken lässt und bei der Fahrt durch Galtür die Lawinenschutzmauern anschaut. Dann geht es wieder in die Dunkelheit der Tiefgarage der Silvrettabahn in Ischgl, um die Heimfahrt zu starten. Schade.



Mögliche Variationen der Tour:

Auch bei dieser Tour gibt es wieder einige Variationsmöglichkeiten, die hier mit vorgestellt werden sollen:
Foto Wer sich am ersten Tag knapp 300 Höhenmeter Aufstieg ersparen will, kann mit der Silvrettabahn bis zu deren Mittelstation auf der Perdatschalpe fahren. Man verpasst dann aber die Überquerung der imposanten Hängebrücken.
Wenn am 2. Tag das Wetter nicht so gut sein sollte oder man nicht so fit ist, kann man auch auf die Besteigung der Breiten Krone und/oder des Grenzeckkopfes verzichten. In diesem Fall geht man direkt vom Kronenjoch herunter in Richtung Jamtalhütte. So erspart man sich ca. 1-2 h Gehzeit, aber verpasst natürlich auch zwei schöne Aussichtsberge (bzw. 3, wenn man die Bischofspitze auch noch mitrechnet).
Ebenso kann man am 3. Tag überlegen, ob man das Hohe Rad besteigt oder lieber gleich vom Radsattel zur Wiesbadener Hütte absteigt. Dadurch spart man knapp 2 h Gehzeit ein. Stattdessen kann man aber wenigstens noch vom Radsattel aus den Bieltalkopf (2797 m) ganz leicht besteigen. Dieser Foto wurde übrigens von einer Schulklasse in Piz 6 R umgetauft und mit Gipfelkreuz und Gipfelbuch ausgestattet. - Nette Idee!
Wer aber auf das Hohe Rad gehen möchte und kein unwegsames Gelände scheut, der kann auch vom Radsee direkt hinauf zur Radschulter steigen und sich so den Umweg über den Radsattel sparen. Dazu ist aber etwas Orientierungsvermögen nötig, damit man kurz vor der Radschulter im Geröll den markierten Weg nicht verpasst. Zurück geht man dann von der Radschulter direkt auf dem markierten Weg zum Radsattel.
Natürlich kann man die ganze Tour auch umgekehrt gehen. Das bietet sich z. B. für alle an, die mit dem Auto (oder Bus) über die Rheintalautobahn und durch das Montafon anreisen. Dazu beginnt man die Tour auf der Bielerhöhe und fährt am letzten Tag von Ischgl mit dem Bus zurück dorthin. So braucht man die Maut für die Silvretta-Hochalpenstraße nicht zweimal zahlen. Diese Variante hat in meinen Augen aber 2 Nachteile: Zum einen muss man am 2. Tag schon ziemlich zu Beginn der Tour entscheiden, ob man den Abstecher auf das Hohe Rad macht oder nicht. Und zum anderen muss man dann die unangenehmere Seite der Getschnerscharte im Abstieg begehen.



Bericht von der Tour 2011

Seit längerem fand sich für unsere Tour mal wieder ein früherer Termin, nämlich der 11.-15.08.2011. Und es gab diesmal auch keine kurzfristigen Absagen mehr, so dass sich am Freitagmorgen (11.08.2011) Rocco, Jörg, Clemens, Gerhard und ich auf den Weg in Richtung Paznauntal machten.
Foto Der Wetterbericht hatte relativ gutes Wetter angekündigt, nachdem es die Tage vorher viel Regen gegeben hatte.  :-)
In Ischgl angekommen parkten wir das Auto in der Tiefgarage der Silvrettabahn und widerstanden der Versuchung, bis zur Mittelstation mit der Seilbahn zu fahren. Leider kannten wir noch nicht den in diesem Jahr eröffneten Erlebniswanderweg Ischgl-Idalpe, der über die langen Hängebrücken führt. Wir sahen zwar die Kitzloch-Hängebrücke, aber da sie in meiner Karte noch nicht eingezeichnet war, gingen wir weiter neben der Fahrstraße entlang. Durch Bauarbeiten im Skigebiet und durch das trockene Wetter waren da leider viele Bau- und Heufahrzeuge unterwegs. Aber je höher man kam, desto ruhiger wurde es.
Nach der Nacht in der recht gemütlichen Heidelberger Hütte starteten wir am nächsten Morgen bei guten Foto Wetteraussichten in Richtung Jamtalhütte. Vom Falschen Kronenjoch machten wir einen Abstecher auf die Breite Krone und gingen dann zum Kronenjoch. Von dort wollten wir auch noch die Bischofspitze und den Grenzeckkopf "mitnehmen". Da auf meiner Karte der Weg vom Grenzeckkopf zum Futschölpass nicht eingezeichnet war, kannten wir nicht die Möglichkeit, dort entlang zu laufen. Jörg fühlte sich an diesem Tag nicht ganz so gut, deshalb blieb er bei den Rucksäcken. Als dann am Grenzeckkopf ein Pärchen vom Futschölpass aus hochgestiegen kam und uns diese Wegmöglichkeit eröffnete, ging das wegen der zurückgelassenen Rucksäcke nicht mehr. Also liefen wir zurück zum Kronenjoch und stiegen von dort aus zur Jamtalhütte ab.
Dort machte ich eine neue Erfahrung: Es wurde im Rahmen des Kulinarischen Jakobsweges Paznaun-Ischgl ein vom Starkoch Tim Mälzer kreiertes Feinschmeckeressen angeboten: Boeuf Bourguignon vom Paznauner Highlander mit Wildkräutersalsa. Das schmeckte sehr gut und war seine 13 Euro echt wert. (Im Nachhinein bekam ich mit, dass es auch auf der Heidelberger Hütte ein ähnliches Angebot gab, aber das habe ich irgendwie übersehen.)
Foto Für Sonntagnachmittag hatte der Wetterbericht Gewitter vorhergesagt. Deshalb wollten wir zeitig aufbrechen. Weil wir aber nicht gefragt hatten, ab wann es Frühstück gibt, mussten wir um 6.30 Uhr auf der Terasse aus dem Rucksack frühstücken. Bei Öffnung der Küche um 7.00 Uhr konnten wir uns dann wenigstens noch Teewasser kaufen bevor wir losgingen.
Über die Getschnerscharte, Bieltalbach und Radsee (wo Rocco und Clemens ein Bad nahmen) gelangten wir dann zum Radsattel, wo die Entscheidung anstand, ob wir noch auf das Hohe Rad steigen. Den Wolken sah man an, dass es sicher noch ein Gewitter geben würde, aber auch, dass es bis dahin noch etwas Zeit ist. Rocco und Jörg entschieden sich gegen das Hohe Rad und stiegen stattdessen auf den nahegelegenen Bieltalkopf bzw. Piz 6 R. Clemens, Gerhard und ich konnten der Versuchung nicht widerstehen, doch noch auf das Hohe Rad zu kraxeln. Kurz über der Radschulter deponierten wir dann die Rucksäcke am Wegrand und bereuten wegen der schönen Aussicht unseren Abstecher nicht. Das Gewitter ließ dann auch noch so lange auf sich warten, bis wir wieder am Radsattel zurück waren. Etwas unterhalb davon wurden wir nass, während Rocco und Jörg auf der Hütte schon ihr Radler genossen, aber es war nicht allzu schlimm. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Foto In der Wiesbaderner Hütte konnten wir dann noch auf der überdachten Terasse eine Gruppe beim Prusiken beobachten, die ihren Ausbildungskurs wegen des Regens dorthin verlegen musste.
Am nächsten Morgen regnete es immer noch. So fiel die Wahl des Abstiegsweges sehr leicht auf die Fahrstraße, die wir dann bis zum Silvretta-Stausee hinuntergingen. Dort hörte der Regen dann auf und wir konnten ohne Regensachen noch einen Apfelstrudel im Silvretta-Restaurant genießen, einen letzten Blick auf die Wegstrecke des Vortages werfen und in den Bus einsteigen, der uns zurück nach Ischgl brachte. Die Heimfahrt über den Fernpass und ein gemeinsamer Kaffee in Marbach bei dann wieder schönem Wetter beendeten unsere diesjährige Bergtour.

Zum Fotoalbum der Tour 2011



 

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