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Alpenwanderungen

Lechtaler Alpen I
(Östliche Lechtaler Alpen)

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2007 Lechtaler Alpen I
(Östliche Lechtaler Alpen)
Bschlabs - Angerletal - Hanauer Hütte -
Muttekopf - Muttekopfhütte -
Maldongrat - Anhalter Hütte -
Tschachaun - Bschlabs

Allgemeines zur Tour:

Diese Tour führt uns in den östlichen Teil der Lechtaler Alpen, welche für ihr sehr abwechslungsreiches Landschaftsbild bekannt sind.
Foto Unsere Wanderung hat wieder mehrere Höhepunkte: Das Parzinn- Hochkar, in dem die Hanauer Hütte steht, bietet eine sehr schöne Bergkulisse mit der Dremelspitze als Blickfang. Vom Muttekopf, der mit seinen 2777 m Höhe die anderen Berge überragt, hat man eine herrliche Aussicht bis weit in alle umliegenden Gebirgsgruppen. Und wer die Tour nicht erst (wie wir) zum Herbstbeginn unternimmt, wird auch vom Blumenreichtum um die Anhalter Hütte und im Parzinn begeistert sein.
Für die Begehung der Tour sollte man sich in Geröll und Schutt sicher bewegen können. Wegabschnitte in den Kübelwänden und auf den Abstiegen von der Muttekopfscharte und vom Scharnitzsattel sind teilweise auch etwas ausgesetzter und können bei Schnee oder Vereisung sehr unangenehm sein. Spätestens dann greift man gerne zu den angebrachten Drahtsicherungen. Und für die Besteigung des Maldongrates ist auch leichte Kletterei im I. Grad notwendig. Wer sich das nicht zutraut, sollte lieber statt des Maldongrates den Falschkogel besteigen. (Siehe Variationsmöglichkeiten!) Und wegen des sich lange haltenden Altschnees in den nordseitig gelegenen Karen und Rinnen sollten "normale Wanderer" die Tour aber keinesfalls im Frühsommer unternehmen!
Foto Ein Pluspunkt dieser Tour ist, dass die Anreise noch relativ kurz ist, weil man nicht erst irgendwelche Pässe überwinden muss. Die meisten werden sicherlich durch das Lechtal nach Bschlabs fahren, aber für manche kann auch die Anfahrt über Imst und das Hahntennjoch vorteilhaft sein.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es etwas komplizierter, aber mit gutem Willen ist das auch möglich. Die Anreise erfolgt dann mit der Bahn nach Reutte und weiter mit dem Bus nach Elmen. Von dort fährt dreimal täglich ein Bus weiter nach Boden, jedoch nur montags, mittwochs und freitags. Ggf. muss also für diese Strecke ein Taxi genommen werden.
Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren!



Karten:

Unser Wandergebiet ist auf folg. Karten enthalten:

Foto
  • Freytag&Berndt-Karte WK 252
    Imst-Landeck-Telfs-Fernpaß:
    Maßstab 1:50000, EAN 9783850847551
  • Freytag&Berndt-Karte WK 351
    Lechtaler- Allgäuer Alpen:
    Maßstab 1:50000, EAN 9783850847582
  • Kompass-Karte 24
    Lechtaler Alpen-Hornbachkette:
    Maßstab 1:50000, ISBN-13: 978-3854910251
  • Kompass-Karte 35
    Imst-Telfs-Kühtai:
    Maßstab 1:50000, ISBN-13: 978-3854910398

Nützliche Links:



1. Tag: Bschlabs - Hanauer Hütte

Gehzeit: ca. 2,5 h
Auf der Anreise biegt man vom Lechtal bei Elmen in das Bschlabser Tal in Richtung Hahntennjoch ab. Ein günstiger Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist eine kleine Parkmöglichkeit an einer Kehre der Straße zwischen Bschlabs und dem Weiler Boden, knapp 2 km hinter Bschlabs. Foto (Die Straße führt hier ein wenig in das Plötzigtal hinein, einem Seitental des Bschlabser Tals.) Dort befindet sich auch eine Bushaltestelle. (Sollte keiner der ca. 4 Parkplätze mehr frei sein, muss man in Bschlabs oder Boden parken.)
Der ausgeschilderte Wanderweg zur Hanauer Hütte führt anfangs links oberhalb der Straße entlang durch den Wald. Nach ein paar hundert Metern im Wald muss man auf der Straße weitergehen. Ca. 1 km weiter folgt man dem Abzweig zu dem kleinen Weiler Boden. Durch das Angerletal geht es nun nur wenig ansteigend auf einem Fahrweg bis zur Talstation der Materialseilbahn. Dann durch Latschen erst leicht ansteigend und später steil in Kehren hinauf zur Hanauer Hütte (1922 m, DAV), welche man schon die ganze Zeit auf dem Fels des Parzinnbühls sehen konnte.



2. Tag: Hanauer Hütte - Muttekopfhütte

Gehzeit: ca. 7 h
Von der Hanauer Hütte aus geht es den Weg an dem kleinen Stausee vorbei, dann aufwärts. Weiter oben links abbiegen und über Wiesenhänge zum Schlenkerkar. Dieses queren und dann durch Blockwerk hinauf zum Galtseitejoch (2421 m).
Foto Vom Joch geht es hinunter zur Wiesenterrasse der Fundaisalm im Talschluss des Fundaistals und von dort wieder mühsam aufwärts - mit Querung einer unangenehmen Rinne. Die schattigen, NW-seitig gelegenen Kübelwände werden der ganzen Länge nach auf schmaler Trittspur traversiert, nur leicht ansteigend, teils etwas ausgesetzt und mit Drahtseilen gesichert. Dann biegt der Weg ab und führt steil hoch Richtung SO in die Muttekopfscharte (2630 m).
Vom Sattel geht es dann - mäßig ansteigend - über den breiten Schotterrücken zum Gipfel des Muttekopfes (2777 m).
Wenn man die herrliche Aussicht genug genossen hat, steigt man auf gleichem Weg wieder zurück zur Muttekopfscharte. Dort biegt der Weg zur Hütte dann nach links ab. Der Abstieg ist auf dem ersten, drahtseilgesicherten Stück sehr steil und zieht sich dann noch ein ganzes Stück hin, bis man endlich die Muttekopfhütte (1934 m, ÖAV) sehen kann und kurz danach erreicht.



3. Tag: Muttekopfhütte - Anhalter Hütte

Gehzeit: ca. 6 h
Von der Muttekopfhütte geht man aufwärts in das Scharnitzkar und steigt an dessem Ende in Kehren steil hinauf in den Scharnitzsattel (2441 m). Der Abstieg geht dann unangenehm durch eine Rinne über Splitt und Geröll. Der Weg ist teilweise drahtseilgesichert, an einer Stelle muss man auch an einem Fels über Stahltritte absteigen. Weiter unten wird der Weg schönerer, er führt durch Latschen zum Hahntennjoch (1894 m). Foto Leider empfängt uns hier auch der Krach der Autos und - viel mehr noch - der vielen Motorräder.
Also geht man nach der Überquerung der Straße auf der anderen Seite auf leicht ansteigendem Weg durch die Latschen und später etwas steiler über Wiesen hinauf zum Steinjöchl (2189 m). Am "Gipfelkreuz" zweigt der Weg zum Maldongrat nach rechts ab. Etwas oberhalb des Jochs deponiert man die Rucksäcke und steigt ohne Gepäck aufwärts. Weiter oben braucht man auch die Hände, wenn ausgesetztere Abhänge zu queren sind oder es in Rinnen steil aufwärts geht. Aber mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist der Maldongrat (2544 m) dann bald erreicht.
Die Anhalter Hütte kann man von oben bereits unmittelbar unter den Nordwänden des Maldongrates sehen, nicht jedoch vom Steinjöchl. Also steigt man auf gleichem Weg wieder zu den Rucksäcken ab und geht dann vom Steinjöchl auf dem für "Edeltouristen" gut ausgebautem Weg abwärts nach Norden. Beim Herumgehen um einen Graskamm kann man dann die gemütliche Anhalter Hütte (2042 m, DAV) vor sich auf einer kleinen Anhöhe liegen sehen.



4. Tag: Anhalter Hütte - Bschlabs

Gehzeit: ca. 3,5 h
Vor dem Abstieg ins Tal unternehmen wir noch ohne Gepäck einen Abstecher auf den "Blumenberg" Tschachaun, sozusagen der Hausberg der Anhalter Hütte: Foto Von der Hütte geht es Richtung Osten leicht aufwärts zum Kromsattel (2120 m) und von hier nordwärts in Serpentinen über einen steilen Grashang auf das geräumige Gipfelplateau des Tschachaun
(2334 m).
Nun auf gleichem Weg wieder zurück zur Hütte und von dort abwärts in das Plötzigtal, ausgeschildert in Richtung Bschlabs. Zuerst geht es über Wiesen, dann durch Latschen, teilweise im Bachbett, an der Plötzigalpe vorbei abwärts. Dann führt der Weg rechts oberhalb vom Bach durch Wald bis zur Abzweigung Richtung Boden, welche nach links in den Talgrund zurück zu unserem Parkplatz an der Straße führt.



Mögliche Variationen der Tour:

Am 2. Tag kann man die Besteigung des Muttekopfes weglassen, wenn einem die Tour zu lang wird, und stattdessen von der Muttekopfscharte direkt zur Muttekopfhütte absteigen. Foto So spart man ca. 1 h Gehzeit ein.
Andererseits können unermüdliche Gipfelsammler an diesem Tag auch die Reichspitze (2590 m) noch "mitnehmen". Diese besteigt man vom Galtseitenjoch aus auf markiertem und drahtseilgesichertem Weg - mit Kletterstellen im II. Grad.
Am 3. Tag kann man vom Steinjöchl auch direkt zur Anhalter Hütte absteigen. Dadurch hat man an diesem Tag nur ca. 4 h Gehzeit zu bewältigen.
Diejenigen welche doch noch ein bisschen mehr unternehmen wollen, aber trotzdem die Kletterstellen und den längeren Anstieg auf den Maldongrat meiden möchten, sollten stattdessen vom Steinjöchl auf den Falschkogel (2387 m) steigen. Dieser Weg ist viel einfacher.
Foto Man kann die Tour sicherlich auch andersherum gehen. Das hätte dann den Vorteil, dass man die schwierigeren, drahtseilgesicherten Stellen am Scharnitzsattel und an der Muttekopfscharte im Aufstieg statt im Abstieg begeht. Andererseits hat es aber den Nachteil, dass man die Entscheidung, ob man Muttekopf bzw. Maldongrat besteigt, ziemlich am Anfang der jeweiligen Tagestour treffen muss. So kann man die Länge der Wanderung bei Bedarf nicht mehr verkürzen.
Am Abreisetag kann anstelle des Tschachauns auch die Namloser Wetterspitze (2554 m, 3 h Aufstieg) bestiegen werden, wenn dann für die Heimfahrt noch genug Zeit bleibt.
Wer mehr als 4 Tage für die Tour zur Verfügung hat, der kann auch einen oder mehrere weitere Nächte in der Hanauer Hütte verbringen und von dort aus folg. Tagestouren unternehmen: Umrundung der Dremelspitze (5 h), Umrundung der Parzinnspitze (7 h) oder Wanderung zur Kogelseespitze (2497 m, 2,5 h). Letztere kann man natürlich auch noch am Anreisetag unternehmen, wenn man zeitig genug auf der Hanauer Hütte ankommt.)
Bei Bedarf kann die Tour auch um 1 Tag verkürzt werden, indem man am 3. Tag vom Hahntennjoch über Pfafflar wieder nach Boden absteigt. (Idealerweise parkt man in diesem Fall das Auto dort.)



Bericht von der Tour 2007

Eigentlich war ich nicht sehr glücklich darüber, dass sich für unsere Männertour nur ein sehr später Termin fand, nämlich der 21.-24.09.2007. Herbstbeginn, vielleicht schon Schnee, Hütten evt. nicht mehr auf? Aber es wendete sich alles zum Guten, sogar zum sehr Guten!
Welch ein Frohlocken, als dann der Wetterbericht für unser ganzes verlängertes Wochenende nur sonniges Wetter voraussagte. :-) Die Hütten hatten auch noch auf und die in den vorherigen Wochen schon gefallenen Schneemengen sollten auch wieder weggetaut sein. So fuhren Rocco, Jörg, Gerhard und ich am Freitagmorgen vergnügt Richtung Alpen. Foto
Da die Anreise und der Aufstieg diesmal genug Zeit ließen, legten wir in Kempten noch eine längere Rast ein, welche wir für einen kleinen Stadtbummel nutzten. Danach ging es weiter durch das Tannheimer Tal und das Lechtal in Richtung Hahntennjoch. An einem kleinen Parkplatz im Plötzigtal, an dem der Weg von der Anhalter Hütte auf die Passstraße trifft, begannen wir unsere Wanderung.
Über Boden ging es dann aufwärts zur Hanauer Hütte. Dort wollte mein Bruder Bernhard dann noch zu uns stoßen. Da er länger arbeiten musste und seine Anfahrt von Freiburg durch den Freitagabend-Verkehr etwas länger dauerte, musste er im Dunkeln zur Hütte aufsteigen, was aber auch gut ging.
Foto Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung Muttekopf- Hütte auf. In den Kübelwänden lagen noch einige Schneereste, aber die ließen sich gut passieren. Vom Muttekopf aus hatten wir eine herrliche Aussicht, welche wir auch ausführlich genossen, ehe wir zur Muttekopfhütte abstiegen.
In der Hütte wurden alle nach dem Abendessen zu einem Diavortrag über eine Trekkingtour in Nepal eingeladen, was sehr interessant war.
Am Sonntag ging es, auch wieder bei schönstem Wetter, aufwärts zum Scharnitzsattel. Ich hätte nicht gedacht, dass man zum Herbstanfang in kurzen Sachen noch so ins Schwitzen kommt. Kaum zu glauben, dass 2-3 Wochen vorher das Hahntennjoch wegen Schneefall gesperrt war.
Am Hahntennjoch holte uns kurzfristig die Zivilisation in Form vieler Autos und Motorräder wieder ein. Wir verabschiedeten uns dort von Bernhard, der über Pfafflar nach Boden zurückging, um heimzufahren und am Montag wieder zur Arbeit zu gehen.
Wir gingen hoch zum Steinjöchl. Dort wachte der immer noch etwas achillessehnengeschädigte Rocco bei unseren Rucksäcken (aber eigentlich wachte er nicht, weil er einschlief), während der Rest auf den Maldongrat kletterte. Dann ging es zusammen hinunter zur Anhalter Hütte. Das Abendessen genossen wir draußen im Sonnenuntergang. Dann wurde es zwar schnell kühl, aber dafür fingen tief unten im Wald auch noch die Hirsche zu röhren an. Foto Perfekt! Oder kitschig?? ;-)
Am nächsten Morgen stapften wir auf den Tschachaun, um nochmal einen Blick in die Gegend zu werfen. Dann mussten wir uns leider wieder auf den Rückweg machen. Der Weg durch das Plötzigtal zog sich noch einmal etwas in die Länge, aber nach einer Wäsche im kalten Bach konnten wir uns am Mittag auf die Heimfahrt machen. Und was sagte der Wetterbericht für die nächsten Tage voraus: Es sollte massiv kälter und schlechter werden. Da haben wir doch mal echt Schwein gehabt. :-)   :-)   :-)   :-)   :-)

Zum Fotoalbum der Tour 2007



 

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