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Alpenwanderungen

Dolomiten II (Sella-Gruppe)

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2001 Dolomiten II
(Sella-Gruppe)
Grödner Joch - Val Settus - Pisciaduseehütte -
Piz Boe - Boe-Hütte -
Mittagstal - Grödner Joch

Allgemeines zur Tour:

Foto

Ins Herz der Dolomiten - so könnte man diese Wanderung im Sellastock überschreiben. Die Sella-Gruppe, am Schnittpunkt von Grödnertal, Gadertal, Buchenstein und Fassatal gelegen, bietet alles, was man von den Dolomiten erwartet. Auf unserer 3-tägigen Tour kann man die herrliche Aussicht vom höchsten Sella-Gipfel, dem Piz Boè, und die beeindruckende Felswände im Mittagstal (Val de Mesdi) genießen.

Wie überall in den Dolomiten wird es aber leider auch in der Sella so sein, dass dieses schöne Fleckchen Erde auch von vielen anderen Wanderern besucht wird. Man sollte deshalb möglichst die italienischen Ferien meiden und sich bei den Hütten vorher anmelden!

Trittfestigkeit ist Voraussetzung für diese Tour, da auch seilgesicherte Stellen dabei sind. Außerdem muss bis in den Sommer hinein zumindest in den Rinnen noch mit Altschnee gerechnet werden.

Klettersteig-Freunde können auch am 1. Tag anstatt des Aufstiegs zur Pisciaduseehütte durch das Val Settus den Klettersteig Via ferrata Brigata Tridentina gehen. Für Gipfelsammler besteht die Möglichkeit, am 2. Tag auch die lohnende Besteigung des Pisciadù (2985 m) einzubauen.

Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren!



Karten:

Foto

Der Sellastock ist auf folg. Karten enthalten:
Kompass-Karten:
- 55 (Cortina d'Ampezzo, 1:50000)
- 59 (Sellagruppe / Gruppo di Sella, 1:50000)
- 616 (Gröden - Sella - Canazei, 1:25000)
- 624 (Hochabtei / Alta Badia, 1:25000)
- 686 (Val di Fassa - Marmolada - Sella, 1:25000)
Freytag&Berndt Wanderkarte:
- WKS 5 (Grödnertal - Sella - Marmolada, 1:50000)



Nützliche Links:



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1. Tag: Grödner Joch - Pisciaduseehütte

Gehzeit: ca. 2 h

Nach der Anreise durch das Grödner Tal stellt man das Auto am Grödner Joch (Passo Gardena, 2137 m) ab und verlässt das Getümmel am Pass möglichst schnell auf dem ausgeschilderten Weg Richtung Pisciaduseehütte. Nach dem Aufstieg auf eine Graskuppe geht es flach unter den Felsen entlang. Dann zweigt unser Pfad in das Val Settus (Val Setùs) ab.
Jetzt geht es immer aufwärts zwischen den Felswänden, weiter oben dann steiler mit Drahtseilsicherung. Vom Ausstieg aus dem Tal ist es dann nicht mehr allzu weit bis zur Pisciaduseehütte (Rifugio Franco Cavazza al Pisiadù, auch Pisciadùhütte, 2586 m, CAI), welche in schöner Aussichtslage am Pisciadusee, unterhalb der Cima Pisciadù, liegt.



2. Tag: Pisciaduseehütte - Boè-Hütte

Foto Gehzeit: ca. 5-6 h

Von der Pisciaduseehütte geht es an der Westseite des Pisciadù entlang aufwärts, teilweise wieder drahtseilgesichert, zum Val de Tita. Von hier aus ist ein Abstecher auf den Pisciadù (2985 m) sehr empfehlenswert. Bei dem mit Farbklecksen markierten Aufstieg muss man ab und zu die Hände zu Hilfe nehmen, deshalb sollte man das Gepäck unten lassen. Die Aussicht ist herrlich!
Vom Abzweig geht es jetzt aufwärts durch eine Steilrinne und über Schrofen auf die Sella-Hochfläche (2912 m), welche an eine Mondlandschaft erinnert. Der Weg führt dann weiter über den Zwischenkofel (l'Antersass, 2908 m), welchen man aber auch auf einem recht luftigen, drahtseilgesicherten Weg umgehen kann, zur Foto Boè-Hütte (Refugio Boè, auch Bamberger Hütte, 2873 m, SAT).
Von hier aus geht es dann ggf. wieder ohne Gepäck über Geröll und Felsen, teilweise wieder drahtseilgesichert, auf den Piz Boè (3152 m), dessen kleine Hütte und der hässlichen Riesenreflektor schon von weitem zu sehen waren. Nachdem man die fantastische Aussicht vom höchsten Sella-Gipfel lange genug mit den vielen anderen Besuchern genossen hat, steigt man auf gleichem Weg wieder hinunter zur Boè-Hütte.



Foto

3. Tag: Boè-Hütte - Grödner Joch

Gehzeit: ca. 3,5 h

Von der Boè-Hütte steigt man (anfangs sehr steil) ab in das Mittagstal (Val de Mesdí / Val de Mezdì). Die Felswände links und rechts scheinen überzuhängen - ein sehr beeindruckendes Tal! Unten zweigt der Weg dann nach links ab und führt immer an den Felsabbrüchen entlang, vorbei an der Mündung des Val Settus, wieder zurück zum Grödner Joch.



Kurzbericht von der Tour 2001

Foto Geplant war eigentlich eine Tour in den Lechtaler Alpen. Der Wetterbericht verhieß wieder mal nichts Gutes (viel Niederschlag, niedrige Schneefallgrenze) - aber das sollte Clemens, Christoph, Gerhard, Jörg und mich nicht aufhalten, vom 14.-17.09.2001 in die Berge zu fahren. Doch diesmal sollte die Wettervorhersage recht behalten.

Bei der Anreise durch Tannheimer und Lechtal im strömenden Regen bzw. Schneeregen beschlossen wir, von Kaisers nicht auf die Frederic-Simms-Hütte, sondern stattdessen zum Kaiserjochhaus aufzusteigen. Das war auch gut so, denn nach dem Aufstieg im immer tiefer werdenden Schnee stellten wir fest, das es die einzige Hütte in den Lechtalern war, welche noch geöffnet hatte. Dort waren wir die ersten Gäste seit 5 Tagen und hatten die ganze Hütte für uns. Da wegen des Schnees unsere Tour in den Lechtalern nicht zu machen war, mussten wir also umplanen.

Foto Am Samstagvormittag ging es also wieder zurück nach Kaisers. Von dort fuhren wir weiter über Hahntennjoch und Brenner nach Südtirol. Dort lag zwar auch Schnee, aber wenigstens hatten die Hütten noch offen.

Vom Grödner Joch starteten wir am Nachmittag. Der Aufstieg durch das Val Settus war wegen teilweiser Vereisung nicht so schön zu laufen. Die nächste Überraschung erwartete uns an der Pisciaduseehütte: Sie war ziemlich voll, denn man feierte an diesem Wochenende das 100-jährige Hütten-Jubiläum, u.a. mit einem Feuerwerk.

Foto Da der Wetterbericht für den Sonntagvormittag wieder Schneefall angekündigt hatte, entschlossen wir uns, den Gottesdienst zum Hüttenjubiläum mitzufeiern und erst am Mittag loszugehen. Das Ende der Messe ging in starkem Schneefall unter, aber nach dem Mittag zeigte sich sogar teilweise blauer Himmel. Also machten wir auf dem Weg zur Boè-Hütte einen Abstecher auf den Pisciadù und genossen die herrliche Aussicht.

In der Boè-Hütte erlebten wir dann wieder den blanken Gegensatz zur vorherigen Nacht: Außer uns waren nur noch 2-3 andere Leute da.

Am nächsten Morgen ging es bei schönem Wetter an den Abstieg durch das schöne Mittagstal. Oben lag zwar recht viel Schnee, aber trotzdem war es ein beeindruckender Weg zwischen den scheinbar überhängenden Felswänden.

Am Grödner Joch empfing uns dann wieder die Zivilisation in Form von vielen Autos und lärmenden Leuten. Wir blickten nochmal zurück auf die verschneite Sella und fuhren dann zurück nach Deutschland.



 

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