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Alpenwanderungen

Karwendel-Gebirge I

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2004 Karwendel I Scharnitz - Karwendelhaus -
Brendelsteig - Birkkarspitze - Karwendelhaus -
Gjaidsteig - Hochlandhütte -
Westl. Karwendelspitze - Mittenwald

Allgemeines zur Tour:

Diese Tour im südlichen Bayern und nördlichen Tirol führt uns in eine beeindruckende Felsenlandschaft. Eine Talwanderung am 1. Tag, die höchsten Karwendel-Gipfel am 2. Tag, ein teils ausgesetzter Steig am 3. Tag und nochmal ein Kar und ein Gipfel am letzten Tag bieten ein abwechslungsreiches Programm.
Foto Die Lage des Karwendel im Norden der Alpen bietet den Vorteil einer nicht allzu langen Anreise und bei entsprechender Sicht einen herrlichen Blick auf einen Großteil des Alpenhauptkamms.
Bei dieser Wanderung sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingte Voraussetzung, da außer am ersten Tag es immer auch über drahtseilgesicherte Stellen geht. Außerdem sollte man die Tour nicht im Frühsommer gehen, da beim Abstieg von der Birkkarspitze im Schlauchkar noch lange Schnee liegt. Da auch im Sommer auf den Gipfeln noch oder schon wieder Schnee liegen kann, sollte man auf die Mitnahme von Grödeln nicht verzichten.
Foto Auf den Hütten sollte man wieder vorher Plätze reservieren, da das Karwendelhaus ein beliebtes Ziel für Wanderer und Mountainbiker ist und die Hochlandhütte nicht allzu viele Übernachtungsplätze bietet.
Man kann die Tour auch in entgegengesetzter Richtung gehen. Das sollte vom Wetterbericht abhängig gemacht werden, so dass man für die Besteigung der Birkkar- und Ödkarspitzen möglichst gutes Wetter hat, um die Aussicht auch genießen zu können.
Auch an einzelnen Tagen bieten sich Variationsmöglichkeiten bei dieser Wanderung an. Wenn z.B. das Wetter nicht entsprechend ist, kann man auf die Überschreitung der Ödkarspitzen auf dem Brendelsteig verzichten und gleich durch das Schlauchkar auf die Birkkarspitze gehen, wenn die Verhältnisse das zulassen. Am letzten Tag kann man sich die 12,50 € für die Seilbahn-Talfahrt sparen, wenn man noch Zeit für den eindrucksvollen Abstieg nach Mittenwald hat. Ganz Eilige können auch direkt von der Hochlandhütte nach Mittenwald absteigen, wodurch man aber auf das imposante Dammkar und die schöne Aussicht von der Westlichen Karwendelspitze (sowie auf den Touristen-Rummel an der Bergstation) verzichtet.
Diese Wandertour eignet sich auch sehr gut für die Anreise mit dem Zug, da sowohl Mittenwald als auch Scharnitz Bahnanschluss haben. Wer mit dem Auto anreist, muss zusehen, wie er an den Ausgangspunkt zurückkommt, weil unsere Tour nicht im gleichen Ort beginnt und endet. Neben einer Anreise mit mehreren Autos, trampen oder mit dem Taxi fahren bleibt die Fahrt mit dem Zug, welcher meist eineinhalbstündlich zwischen Mittenwald und Scharnitz verkehrt.
Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren!

Karten:

Empfehlenswert sind sowohl die Freytag&Berndt-Karte WK322 (Wetterstein-Karwendel) als auch die Kompass-Karte 26 (Karwendel), beide im Maßstab 1:50000.

Nützliche Links:



1. Tag: Scharnitz - Karwendelhaus

Gehzeit: ca. 4 h
Foto Nach der Anreise benutzt man in Scharnitz (964 m) einen der ausgeschilderten Parkplätze "Karwendeltäler" und bezahlt als erstes eine saftige Parkgebühr. (9 € für 3-10 Tage Parkdauer im Jahr 2004.) Dann sucht man die Ausschilderung ins Karwendeltal und wandert los.
Anfangs geht es etwas am Hang entlang nach oben, dann immer im Talgrund des Karwendelbaches. Da sich die Wanderung im Tal ziemlich lang hinzieht, sollte man nicht zu sehr auf den Fahrweg schauen, sondern möglichst die schöne Umgebung des Tals genießen. Vorbei an der Larchet-Alm (1173 m, Einkehrmöglichkeit) bis zur Anger-Alm auf ca. 1300 m. Hier sieht man jetzt oben in schöner Lage am Hang das Karwendelhaus (DAV, 1765 m). Auf dem letzten Stück des Aufstiegs verlässt man den Fahrweg und steigt an der Hochalm vorbei zur Hütte.



2. Tag: Brendelsteig / Birkkarspitze

Gehzeit: ca. 5,5 h
Vom Karwendelhaus aufwärts durch die Lawinenverbauungen und Latschen. Nach ca. 30 min nach rechts abzweigen. Der Brendelsteig (manchmal auch Brendlsteig genannt) durchquert das Schlauchkar, dann über eine erste gesicherte Steigungsstelle auf den Kamm.
Foto Nach einem weiteren drahtseilgesicherten Anstieg werden die Abhänge der Westlichen Ödkarspitze gequert und dann moderat ansteigend durch ein Kar und die Westflanke wird die Westliche Ödkarspitze (2712 m) erreicht. Schon hier bietet sich ein schöner Rundblick, aber die relativ schnell zu erreichende Mittlere Ödkarspitze (2745 m) ist noch höher. Bei schöner Sicht hat man einen herrlichen Blick auf den Alpenhauptkamm.
Weiter geht es auf oder rechts des Grates bis zur Östlichen Ödkarspitze (2738 m). Von hier steigt man drahtseilgesichert abwärts in den Schlauchkarsattel, in dem die kleine Birkkar-Schutzhütte steht. Auf den letzten reichlich 100 Höhenmetern zum höchsten Karwendel-Gipfel, der Birkkarspitze (2749 m), kann man die Drahtseilsicherungen auch wieder gut gebrauchen.
Wenn man die herrliche Aussicht lange genug genossen hat, macht man sich wieder auf den Rückweg zum Schlauchkarsattel. Dort dann rechts abwärts durch das Schlauchkar. Nach langem Abstieg durch Geröll gelangt man unten wieder auf den Abzweig des Brendelsteigs. Auf gleichem Weg jetzt wieder zurück zum Karwendelhaus.



3. Tag: Karwendelhaus - Hochlandhütte

Gehzeit: ca. 5 h
Der Gjaidsteig führt uns vom Karwendelhaus zur Hochlandhütte. Der Weg ist vom Karwendelhaus bis zum Bäralplsattel in den Latschen gut zu erkennen. Wir gehen an Hütte, Stall und Kapelle der Hochalm vorbei zum Fahrweg. Diesen ein kleines Stück aufwärts, dann zweigt nach Norden hin unser Weg ab. (Kein Schild!) Durch ein Gatter gelangen wir auf eine Wiese. Dann zieht sich der Weg, über viel Wurzeln und Steine geht es durch die Latschenfelder bis zum Bäralplsattel (1820 m).
Foto Nach der Querung des Bäralpls gelangen wir an die österreichisch-deutsche Grenze. Dort beginnt der ausgesetzte Teil des Gjaidsteigs: Links das Drahtseil und rechts viel Luft - so geht es an den Abhängen der Raffelspitze entlang. Dann geht es meist in Geröllfeldern weiter zum Kampenleitenjoch (1933 m) und durch das Wörnerkar aufwärts zum Wörnersattel (1983 m), von dem aus man auf Mittenwald und auf die Hochlandhütte blicken kann. Diese erreicht man nach dem Abstieg durch die Latschen.
Die Hochlandhütte (DAV, 1632 m) ist eine kleine gemütliche Hütte mit einer schönen Aussicht auf das Wetterstein-Gebirge, die Tannheimer und Ammergauer Alpen sowie das Estergebirge.



4. Tag: Hochlandhütte - Mittenwald

Foto Gehzeit: ca. 3 h bis zur Westl. Karwendelspitze
Nach einem kurzem Wegstück westlich der Hütte zweigt unser Weg ab in das Kar der Tiefkarspitze. Hier aufwärts im Geröll, dann drahtseilgesichert weiter hoch zum Predigtstuhl (1920 m) - einem kleinen Vorgipfel auf einem Ausläufer der Tiefkarspitze. Von hier hat man einen herrlichen Blick in das Dammkar, in welches man jetzt absteigt.
Im Kar links halten, nicht absteigen zu der Bergwachthütte! (Das erspart Höhenmeter.) Dann immer weiter aufwärts. Oben dann vorbei an den hässlichen Verbauungen für die Skipiste bis zum Eingang des Tunnels zur Seilbahn-Bergstation. Hier empfängt uns der übliche Touristen-Rummel.
Von der Bergstation ist der Weg zur Westlichen Karwendelspitze (2384 m) dann wieder drahtseilgesichert, weshalb die meisten Stöckelschuh-Touristen dort nicht hingelangen. Wir genießen die herrliche Aussicht und steigen dann wieder herunter zur Bergstation.
Die Karwendelbahn verkehrt meist halbstündlich und trägt uns über den schönen Westabbrüchen des Karwendels hinunter nach Mittenwald, wo unsere Wanderung endet.



Kurzbericht von der Tour 2004

Diese Tour sind Rocco, Jörg, Clemens und ich vom 27.-30. August 2004 gegangen. Um es vorwegzunehmen: Es war ein ausgesprochenes Erlebnis.
Foto Am Freitag auf dem Weg durch das Karwendeltal begleitete uns meist die Sonne.
Am Samstag stiegen wir dann bei Kaiserwetter zu den Ödkarspitzen und der Birkkarspitze auf. Solch eine Fernsicht wie an diesem Tag hatte ich bisher noch nicht erlebt. Wirklich überwältigend. Man konnte sich gar nicht satt sehen. Wer einen solchen Tag auf einem Gipfel erlebt, der weiß dann auch wieder, warum man manchmal bei Regen und Sch...-Wetter trotzdem durch die Berge läuft.
Am Nachmittag stiegen dann am Alpen-Hauptkamm langsam Wolken hoch, aber bei uns blieb der Himmel vorerst fast wolkenfrei. Der Abstieg durch das Schlauchkar hat dann wirklich ein wenig geschlaucht und die Grödel konnte man wegen des glatten Schnees im oberen Bereich auch gut gebrauchen.
Foto Nachdem es in der Nacht geregnet hatte, schwitzten wir am Sonntag gehörig bei schwülem Wetter auf dem Weg zum Bäralpsattel. Auf dem weiteren Weg hinter den ausgesetzten Stellen des Gjaidsteigs waren wir dann desöfteren im Nebel unterwegs, aber die Wolken hielten noch halbwegs dicht. Am Wörnersattel schaute sogar mal wieder die Sonne durch und verleitete uns fast zu einer längeren Pause. Zum Glück gingen wir weiter, da vom Wetterstein ein Gewitter herüberzog, welches kurz nach uns die Hochlandhütte erreichte. - Glück gehabt!
Nach dem Gewitter genossen wir lange Zeit die Aussicht von der Hütte. Sonne und Wolken boten ein bemerkenswertes Naturschauspiel, bis die Sonne nochmal rot aufglühend hinter dem Horizont verschwunden war.
Foto Am Montag genossen wir bei schönem Wetter nochmal den Weg durch das Dammkar und die schöne Aussicht von der Westlichen Karwendelspitze. Die Seilbahn brachte uns dann zurück nach Mittenwald. Ich fuhr dann mit der Bahn nach Scharnitz, um das Auto zu holen.
Auf den ersten Kilometern der Heimfahrt blickten wir nochmal auf Karwendel, Wetterstein und Estergebirge und fuhren dann in ein Schlechtwettergebiet herein, welches uns zum Glück an diesem Wochenende verschont hatte.

Zum Fotoalbum der Tour 2004



 

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